Gefahrenschwerpunkt
Rombergstraße / Hagener Straße

Derzeit liegt uns ein Schulwegabschnitt im Kreuzungsbereich "Rombergstraße / Hagener Straße" besonders am Herzen, der nicht nur für Alexanderschüler ein sehr großes Risiko darstellt:

Es handelt sich um eine stark befahrene Straßenkreuzung, die von vielen Radfahrern überquert werden muss. Besonders gefährliche Situationen treten während des morgendlichen Berufsverkehrs bei großer Verkehrsdichte zur Herbst-, Winter- und Frühjahrszeit und eingeschränkten Sichtverhältnissen auf. Dabei kommt es vor, dass Kinder verspätet den Schulweg antreten und die nötige Vorsicht im Straßenverkehr vernachlässigen.

Sehr viele Grundschulkinder passieren diesen Gefahrenpunkt auf dem Weg zur Alexander-, Martin-Luther- und Liobaschule, dazu kommen aber auch Schüler weiterführender Schulen wie des ULF, des St. Thomas-Kollegs und des Schulzentrums Süd. Doch selbst für erwachsene Fahrradfahrer bildet die Kreuzung einen Gefahrenschwerpunkt. Es ist bereits wiederholt zu Situationen gekommen, in denen nur eine gehörige Portion Glück schlimme Unfälle verhindert hat.

Besonders während der Zeiten geschlossener Schranken spielen sich abenteuerliche Situationen ab. Fahrzeuge halten vor dem Bahnübergang und bilden eine Fahrzeugkolonne, aus deren Ende einzelne PKW ausscheren, um dann kurz vor dem Bahnübergang in die Hagener Straße abzubiegen.

Auf obigem Foto aus der Mittagszeit gestaltet sich die Situation recht überschaubar, stellen Sie sich diese dagegen im Winter bei morgendlicher Dunkelheit und schlechtem Wetter vor, wenn der Fahrradverkehr stadteinwärts gerichtet ist und Grundschulkinder aus der Hagener Straße kommend die Romberstraße überqueren wollen..

Die Verkehrsdichte an dieser Kreuzung haben Eltern und Lehrer bei einer Zählung am 29.06.2005 von 07:20 Uhr bis 07:50 Uhr dukumentiert. Dabei sind alle Fahrradfahrer, die die Rombergstraße im Gefahrenbereich überquert haben und alle Kraftfahrzeuge, die in den Kreuzungsbereich unabhängig vom danach eingeschlagenen Weg eingefahren sind, in die Zählung aufgenommen worden. So wurde die Mehrfacherfassung von Verkehrsteilnehmern ausgeschlossen. Selbstverständlich ist diese Zählung nicht repräsentativ, da abhängig von Wetter, Jahreszeit und anderen Faktoren Schwankungen in der Verkehrsdichte auftreten. So ist die Zahl der radfahrenden Schulkinder nach den Sommerferien geringer, da die Erstklässler dann in der Regel noch nicht mit dem Fahrrad unterwegs sind und generell witterungsbedingt öfter Bus oder Auto genutzt werden. Am Tag der Zählung floss im Gefahrenbereich folgender Verkehr:


Fahrradaufkommen

Erfasste Fahrräder
07:20 - 07:50 Uhr
Duchschnittlicher Abstand in Sekunden
Fahrradfahrer, die die Rombergstrasse westlich der Bahnlinie überquert haben
29
62
Fahrradfahrer, die die Rombergstrasse östlich der Bahnlinie überquert haben
168
11
Fahrradaufkommen insgesamt:
197
9


Kraftahrzeugaufkommen

Erfasste Fahrzeuge
07:20 - 07:50 Uhr
Durchschnittlicher Abstand in Sekunden
Richtungsverkehr 1 (Rombergstraße in Richtung Westen / Innenstadt)
236
8
Richtungsverkehr 2 (Rombergstraße in Richtung Osten / Dinklage)
139
13
Richtungsverkehr 3 + 4 (Hagener Straße aus Richtung Norden + Süden)
70
26
Kraftfahrzeugaufkommen insgesamt
445
4


Nach obiger Zählung passiert alle vier Sekunden ein Kraftfahrzeug den Kreuzungsbereich und alle neun Sekunden versucht ein Radfahrer, die Rombergstraße zu überqueren. Tatsächlich kommen beide Arten von Verkehrsteilnehmern natürlich in Gruppen dort an, besonders während der Zeiten geschlossener Schranken und unmittelbar nach deren Öffnung herrschen chaotische Zustände.

Betroffene Eltern und die Lehrer sehen dringenden Handlungsbedarf und streben eine Lösung in Form einer Ampelanlage an.


Polizei und Stadt Vechta wurden in die Problematik einbezogen. Am 21.09.05 fand eine Ortsbegehung statt, deren Ergebnis am 11.10.05 in der Alexanderschule vorgestellt wurde.

An dieser Besprechung haben teilgenommen:

  • Herr Jürgens aus dem Schulamt der Stadt Vechta
  • Herr Jansen aus dem Amt für Ordnung und Recht für die Aufgaben der unteren Verkehrsbehörde von der Stadt Vechta
  • Herr Fangmann als Verkehrssicherheitsbeauftragter der Polizei für die Landkreise Cloppenburg und Vechta
  • Herr Kläne von der Polizei Vechta als Kenner der örtlichen Gegebenheiten
  • Herr Meyer als Schulleiter der Alexanderschule
  • Herr Heseding als Schulelternratsvorsitzender der Alexanderschule

Stadt Vechta und Polizei teilen die Auffassung, dass es sich um einen besonderen Gefahrenschwerpunkt handelt. Aus folgenden Gründen ist eine Ampelanlage als Lösung dieses Problems nach Auffassung dieser Einrichtungen jedoch nicht realisierbar:

  1. Bereits jetzt müssen die Schranken zwischen 07:00 Uhr und 08:00 Uhr zweimal für den Schienenverkehr geschlossen werden. Dadurch bilden sich lange Fahrzeugkolonnen bis über den Bereich des Arbeitsamtes hinaus. Eine Ampelanlage wäre nur unter Einbindung des Bahnübergangs zulässig. Die Ampelssteuerung hätte so zu erfolgen, dass vor dem Schließen der Schranken immer eine zusätzliche Rotphase für alle Richtungen geschaltet würde, die es dem möglicherweise stockenden Verkehr ermöglichte, den Bahnübergang zu räumen. Das würde zu noch längeren Wartezeiten während des Zugverkehrs und zu den zusätzlich gewollten Ampelrotphasen führen, die den Verkehrsfluss noch mehr zum Stocken brächten. Die Umrüstung des Bahnübergangs wäre für die Bahn zudem sehr kostspielig und nach Erfahrung von Polizei und Stadt nicht durchzusetzen.
  2. Generell sind Versuche, den Fahrradverkehr zu kanalisieren und über Ampeln zu leiten, nur mit mäßigem Erfolg durchgeführt worden. Besonders ältere Schulkinder neigen dazu, Ampelsignale zu ignorieren bzw. zu umgehen. Durch den Nachahmungseffekt der jüngeren Schüler sind anderswo so bereits gefährlichere Situationen als vor Ampelaufstellung aufgetreten. Zudem wird der vor roten Ampeln stockende Verkehr gern genutzt, die Fahrbahn außerhalb des Kreuzungsbereichs zu überqueren - was zu gefährlichen Begegnungen mit dem Verkehr der zweiten Fahrbahnhälfte führt.

Die Stadt Vechta wird zur Entschärfung der Gefahrenstelle den Bürgersteig südlich der Hagener Straße stadteinwärts als offiziellen Fahrradweg einrichten und die Anlieger bitten, Mülltonnen /-säcke möglichst platzsparend aufzustellen. Aufgrund der Enge des Bürgersteiges ist die Lösung zwar nicht optimal, weiterreichende Maßnahmen können aber leider nicht angeboten werden. Die Einrichtung eines zusätzlichen Fahrradstreifens auf der Rombergstraße ist wegen eines Mangels an Parkplätzen für die Anlieger nicht möglich.

Die Polizei regt an, einen zusätzlichen Elternlotsendienst einzurichten. Sie bietet ihre Unterstützung bei der Einweisung in die Aufgaben an und vermittelt die nötigen Ausrüstungsgegenstände. Derartige Lotsendienste durch Eltern oder Großeltern haben sich im Landkreis Cloppenburg bereits über einen längeren Zeitraum bewährt. Der Dienst wird durch die Aufstellung von entsprechenden Verkehrszeichen abgesichert.

Schulleitung und Elternvertretung haben den Eindruck gewonnen, dass der Gefahrenschwerpunkt und die Bedenken ernst genommen und anerkannt werden. Die Einwendungen gegen eine mittelfristige Durchsetzbarkeit einschließlich Finanzierbarkeit der Ampelanlage waren - leider - schlüssig und nachvollziehbar. Wir werden daher bei den betroffenen Eltern hinterfragen, ob Interesse an einem Elternlotsendienst und die dafür erforderliche Einsatzbereitschaft besteht.


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